Die Verleihung der Qualitätssiegel hat eine lange Vorgeschichte, wie der Kostitzer Bäckermeister erzählt: „Das
Lumpziger Mühlenbrot hatten wir ursprünglich für den Verein Altenburger Bauernhöfe entwickelt und bislang ausschließlich für dessen besondere Veranstaltungen gebacken. So kam es u.a. bei den Bauernmärkten, zum
Denkmaltag oder zu Festivitäten an der restaurierten Bockwindmühle zum Verkauf. Vor zwei Jahren trugen wir uns mit dem Gedanken, den Namen schützen zu lassen, was sich allerdings aus verschiedenen Gründen als schwierig
erwies. So entstand die Idee, es bei besagter Landesanstalt zur Prüfung nach DLG-Richtlinien einzureichen.“Hier kam das Roggenmischbrot mit der speziellen Gewürzmischung sehr gut an und erreichte weit mehr als die
erforderliche Mindestpunktzahl.
Ebenfalls zur Prüfung in Jena reichte Bäckermeister Gerth seine Braumeisterkruste ein, ein Produkt, das er bereits seit Längerem gleichermaßen zur jährlichen Brotprüfung der Innung in
der Sparkassenhauptgeschäftsstelle in Altenburg vorgestellt hatte.
Dabei handelt es sich um ein ganz besonderes Brot: Auf ein Kilo Teig kommen neben 125 Gramm Weizensprossen ebenso 125 Gramm Biertrebern, die der
Bäcker aus der Altenburger Brauerei bezieht. Von deren Chefin Petra Haase stammt auch die Idee, eine solche Kreation einmal auszuprobieren. Durch diese Beigaben erhält das Brot neben einem hohen Ballaststoffgehalt auch
eine lang währende Frische.
Beide Brotsorten werden zudem ausschließlich mit Drei-Stufen-Natursauerteig gebacken und enthalten keine Konservierungsmittel. Sämtliche Rohstoffe kommen zu 90 Prozent aus der
Region. „Das Mehl beziehen wir aus der Garschützer Mühle, die Biertrebern wie gesagt aus der hiesigen Brauerei“, wie Henning Gerth betont. „Es sind also durch und durch Original Thüringer Produkte, worauf wir stolz
sind.“
Auf seinen Lorbeeren ausruhen kann sich der Bäckermeister indes keineswegs. Beide Brotsorten müssen alle halben Jahre erneut zur Prüfung vorgelegt werden. Eine regelmäßige Kontrolle, damit die Qualität so
bleibt ...
Wer die Kreationen aus dem Hause Gerth selbst einmal probieren möchte, ist herzlich willkommen: Das Lumpziger Mühlenbrot ist jedoch ausschließlich donnerstags erhältlich.
Guten Appetit!
(Veröffentlichung des „Osterland Sonntag“ vom 19. Oktober 2008, Autor: Ralf Miehle, Fotos: Grit Bergner)